Herzsport (mit Arzt)

Herzsport Mittwoch

Mittwoch 17:00 - 18:30 Uhr              
Turnhalle Hermannstraße (Halle1)
Übungsleiter:               Karlo Sauer Tel. 02195 / 40420

 

30 Jahre: Herzsportgruppe in Rade (Januar 2017)

 

"Wir waren mit der Herzsportgruppe einmal auf Wandertour an der Ahr, als ein Teilnehmer mit Übergewicht plötzlich Kreislauf-Probleme bekam. Daraufhin meinte ein anderer: "Sterben ist gar nicht so schlimm, man fühlt sich am nächsten Tag nur immer so kaputt"."

Was sich zunächst wie bitterster schwarzer Humor anhört, ist eine der Lieblings-Anekdoten von Übungsleiter Karlo Sauer, der vor 30 Jahren zusammen mit Dr. Wolfgang Lohmann die erste Herzsportgruppe in Radevormwald eröffnete.

Auch heute ist es besonders der lockere Umgang der Gruppenmitglieder mit der eigenen Erkrankung, die den Sportlehrer so beeindruckt. "Ich komme manchmal zur Übungsstunde und habe eigentlich gar keine Lust. Dann sehe ich aber die Gruppe, die schon wieder richtig heiß ist und Witze macht. Das reißt auch mich dann jedes Mal aufs Neue mit", berichtet Sauer.

Er war 1986 noch als Stadtsportlehrer beschäftigt und als Mit-Initiator schon beim ersten Treffen der Gruppe in der Turnhalle der damaligen Landessportschule dabei. "Danach ging es über die Turnhallen an der Jahnstraße und der Carl-Diem-Straße schließlich an die Bredderstraße, wo wir uns noch heute treffen."

Doch nicht nur die Räumlichkeiten haben sich über die vielen Jahre verändert, sondern auch die Krankheitsbilder. "Früher kamen die Patienten nach einem Herzinfarkt mit erheblichen Schäden zu uns.

Dann mussten wir ihnen beibringen mit 60 statt mit 100 PS auszukommen", erinnert sich der Sportlehrer.

Das ist dank des medizinischen Fortschritts nur noch selten der Fall. Die Infarkte werden jetzt nämlich so zeitnah behandelt, dass kaum noch gravierende Schäden zurückbleiben.

"Heute kommen die Leute zu uns, weil sie merken, dass sie vor dem Kollaps ihre körperliche Fitness stark vernachlässigt haben. Dazu tragen vor allem eine falsche Ernährung, Stress auf der Arbeit oder das Rauchen bei", erklärt Sauer.

Selbst wenn sie sich fit fühlen, müssen die Patienten aber immer noch die Ergebnisse vom regelmäßigen Belastungs-EKG vorlegen. Denn nur so sind die Übungsleiter stets über den aktuellen Gesundheitsstand informiert und können die Belastungen individuell anpassen. Zudem wird während der Übungsstunden mittels Pulsmessern kontrolliert, ob sich die Teilnehmer nicht übernehmen.

All diese Maßnahmen sind Teil der guten Kooperation mit den Ärzten. "Sie ist sehr wichtig. Immer wieder werden uns Fragen gestellt, die wir nicht beantworten können", erklärt Sauer. 

 "Wir Übungsleiter müssen alle zwei Jahre zur Fortbildung. Dort wird neben der Herz-Lungen-Wiederbelebung auch der Umgang mit dem Defillibrator geschult, den wir im Notfall bedienen können."